Krisen-Intervention

 

Eine psychotherapeutische Krisenintervention ist eine im Krisenfall rasch beginnende, kurz dauernde, intensive Psychotherapie durch einen Krisenberater, bei der zielgerichtet der aktuelle Konflikt, der unmittelbare Auslöser wie zum Beispiel eine traumatische Erfahrung besprochen und eine Problembewältigung und eine akute Entlastung herbeigeführt werden soll. Ziel ist es, die aktuellen Leidenszustände zu lindern und die psychosozialen oder medizinischen Folgen der Krise so gering wie möglich zu halten. Typischerweise befindet sich der Betroffene in einer Situation, die seine normalen Bewältigungskapazitäten übersteigt. Wichtig ist es daher, ihn in seinem individuellen Erleben ernst zu nehmen und konkrete Unterstützung in der Ausarbeitung und Umsetzung unmittelbarer Ziele zu geben.
Die Krisenintervention fokussiert sich im Wesentlichen auf das Hier und Jetzt, auf den Krisenauslöser, auf den akut emotionalen und Zustand des Patienten und seine Ressourcen. Wesentlicher Bestandteil der Krisenintervention ist nicht nur die konkrete Entschärfung der dringlichsten Schwierigkeiten, zum Beispiel durch Problemlösestrategien oder Informationsvermittlung, sondern auch die Entlastung durch Aktivierung bestehender Ressourcen (die „individuellen Stärken und Kraftspender“) und die Wiederherstellung der Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit. Qua Definition ist die Krisenintervention eine zeitlich limitierte Intervention mit einem spezifischen, auf die unmittelbare Stabilisierung des Patienten ausgerichteten therapeutischen Vorgehen und sollte sofort bei Beginn der Krise bzw. möglichst rasch beginnen.

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